Die Bildanforderungen von Faire sind nicht eine Regel, sondern fünf – eine je Bildplatz der Plattform, und ausgerechnet der Platz mit der umgekehrten Hintergrundregel bringt die meisten Marken zu Fall. Faire ist ein kuratierter Großhandelsmarktplatz, deshalb lesen sich die Vorgaben weniger wie die Checkliste eines Herstellers und mehr wie der Merchandising-Standard eines Boutique-Ladens: exakte Pixel-Untergrenzen, quadratisches Foto als Standard und ein von Menschen geprüftes Markenbild, das nichts mit deinen Produktfotos gemein haben darf. Das ist das Spezifikationsblatt 2026 für Lieferanten und Marken, die Listings wollen, die die Prüfung beim ersten Mal bestehen und Boutique-Händler tatsächlich zu Nachbestellungen machen.
Faire-Bildanforderungen auf einen Blick (alle fünf Plätze)
Faire behandelt „Bild" als fünf getrennte Assets, jedes mit eigenen Maßen, eigener Hintergrundregel und eigener Textrichtlinie. Bring das ins Reine, bevor du irgendetwas hochlädst.
| Bildplatz | Wo es erscheint | Seitenverhältnis | Mindestgröße | Empfohlen / optimal | Hintergrundregel | Text / Logo erlaubt? |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Produktbild (Standard) | Galerie des Listings | Quadratisch (1:1) | 600 × 600 px | ≥1000 px an der langen Seite (Zoom möglich) | Hauptbild auf weißem oder hellem Hintergrund | Kein Text/Logo auf dem Hauptbild |
| Produktbild (Bekleidung) | Bekleidungs-Galerie | 4:3 Hochformat | 600 × 600 px | 1800 × 2400 px | Weiß/hell fürs Hauptbild | Nein |
| Feature-Bild | Markenvorstellung über Faire | Quadratisch (1:1) | 500 × 500 px | Hohe Auflösung, Einzelbild (keine Collage) | Lifestyle / mit Kontext – kein reines Weiß | Keine Wörter, Wasserzeichen oder Logos |
| Cover-Bild | Banner oben in deinem Shop | ~4.4:1 (lang, horizontal) | 1111 × 252 px | 4400 × 1000 px | Markenästhetik, mehrere Produkte oder in Verwendung | Keine Logos, kein Text, keine Collagen |
| Profilbild | Markenprofil | Quadratisch (1:1) | — | 1080 × 1080 px | Sauberes Markenzeichen oder Produkt | — |
| Logo-Bild | Markenlogo | 1:1 | — | 248 × 248 px | Transparent oder sauberer Hintergrund | — |
Das Dateiformat ist bei jedem Platz nur PNG oder JPEG (Faire lehnt HTML und andere Formate ab). Eine einheitliche harte Dateigrößen-Obergrenze ist nicht veröffentlicht, aber Faire warnt davor, kleine Bilder hochzuskalieren oder komprimierte Dateien aus sozialen Medien wiederzuverwenden – beides erzeugt die Unschärfe, die ein Listing als minderwertig markiert.
Diese Tabelle ist das ganze Spiel. Der Rest des Artikels erklärt die vier Zeilen, die die Leute falsch machen.
Die fünf Bildplätze, erklärt
Produktbilder (was die Händler durchblättern)
Produktbilder sind die Fotos innerhalb jedes Listings. Faire verlangt sie quadratisch, mindestens 600 × 600 Pixel, und empfiehlt mindestens 1000 Pixel an der langen Seite, damit der Käufer zoomen kann, ohne dass es unscharf wird. Die einzige Ausnahme ist Bekleidung: Faire empfiehlt ein 4:3-Hochformat mit 1800 × 2400 Pixeln, weil Kleidung hochkant besser wirkt als quadratisch.
Dein Hauptbild (das erste Produktfoto) – das Thumbnail, das der Händler in Suche und Kategorierastern sieht – muss auf weißem oder hellem Hintergrund stehen, Produkt zentriert und sauber. Lifestyle- und Inszenierungsfotos sind willkommen, aber nur als zweites, drittes Bild und danach. Faire untersagt ausdrücklich einen unruhigen oder Lifestyle-Hintergrund auf diesem ersten Produktfoto.
Lade mehr als eines hoch. Faires eigene Hinweise und alle gut rankenden Verkäufer zeigen auf denselben Punkt: Ein sauberes Nur-Produkt-Foto plus Lifestyle- und Verpackungsfotos konvertiert besser als ein Einzelbild. Behandle vier Visuals pro Produkt als praktische Untergrenze, nicht als Obergrenze.
Feature-Bild (der Aufhänger deines Schaufensters – und ein Mensch prüft es)
Hier beißt Faires Terminologie. Das Feature-Bild ist ein Marken-Asset, kein Produktfoto. Es ist das eine Lifestyle-Bild, das deine Marke auf der gesamten Faire-Plattform vorstellt – der erste Eindruck, den ein Händler davon bekommt, wer du bist. Seine Regeln sind fast das Gegenteil der Produktfoto-Regeln:
- Quadratisch, 1:1, mindestens 500 × 500 Pixel, Einzelbild (keine Collagen).
- Vermeide reinweißen Hintergrund – Faire will Kontext: dein Bestseller-Produkt in einer realistischen Szene inszeniert.
- Keinerlei Wörter, Wasserzeichen oder Logos.
- Halte die Komposition schlicht, minimiere Models mit direktem Blick in die Kamera und dehne oder verzerre nicht, um das Quadrat zu erzwingen.
Und anders als ein Produktfoto, das du sofort austauschst, geht ein neues Feature-Bild in die Prüfung durch Faires Designteam, die 5–7 Werktage dauert. Was die Richtlinien nicht erfüllt, wird abgelehnt, also kann ein übereilt erstelltes Feature-Bild deinen Start um über eine Woche ausbremsen.
Cover-Bild (das Banner deines Shops)
Das Cover-Bild ist das breite Banner ganz oben auf der Shop-Seite deiner Marke. Faire empfiehlt 4400 × 1000 Pixel und akzeptiert ein Minimum von 1111 × 252 Pixeln – ein horizontaler Streifen von etwa 4.4:1. Das Banner ist responsiv: Die Höhe bleibt fest, die Breite wird zentriert, also setze das Kernmotiv ins mittlere Drittel. Regeln: Keine Logos, kein Text, keine Collagen, keine Nacktheit. Faire weist darauf hin, dass Cover mit mehreren Produkten oder Artikeln in Verwendung besser abschneiden als ein einsames Produktfoto.
Profilbild und Logo
Bleiben zwei kleinere Plätze. Das Profilbild ist quadratisch, optimal bei 1080 × 1080 Pixeln; das Logo nutzt 1:1, optimal bei 248 × 248 Pixeln. Beide verlangen kaum mehr, als in kleiner Größe scharf zu bleiben – aber ein bei 248 Pixeln unscharfes Logo wirkt neben Wettbewerbern auf Boutique-Niveau amateurhaft.
Die Hintergrundregel, über die neue Marken stolpern
Ein Wort, zwei gegensätzliche Regeln. Auf Faire muss dein erstes Produktfoto auf Weiß oder Hell stehen, während dein Marken-Feature-Bild das gerade nicht darf – es braucht einen Lifestyle-Hintergrund mit Kontext. Beide Assets werden umgangssprachlich „Feature" oder „Hero" genannt, und sie zu verwechseln ist der schnellste Weg zu einer abgelehnten Grafik oder einem Listing, das schief wirkt.
Die Logik dahinter: Das Produktraster braucht visuelle Konsistenz, damit ein Händler fünfzig Produkte ohne Rauschen durchgehen kann, deshalb sind die Hauptbilder sauber und quadratisch. Das Marken-Feature-Bild macht das Gegenteil – es verkauft das Gefühl deiner Linie, also will Faire es inszeniert und kontextreich. Halte die beiden Denkmodelle getrennt: Raster = sauber und quadratisch; Markenvorstellung = stilisiert und Lifestyle.
Wenn du denselben Katalog an andere Kanäle lieferst, summieren sich die Unterschiede. Amazon-artige Marktplätze verlangen reinweißen Hintergrund in hoher Pixelzahl; Faire will Weiß beim Hauptbild, belohnt aber überall sonst Lifestyle. Wie sich die Regeln des Großhandelskatalogs von einem Herstellermarktplatz unterscheiden, siehst du im Vergleich mit den Bildanforderungen von Alibaba und den breiteren Bildanforderungen von B2B-Marktplätzen – dasselbe Produkt, deutlich andere Spezifikationen.
Zeige den Maßstab, damit der Händler nachbestellt
Faire hält dein Haupt-Produktfoto sauber und aufgeräumt, und genau deshalb muss der Größenhinweis woanders leben. Boutique-Händler bestellen nach, was sich verkauft hat; sie bestellen keine Kerze nach, die sich als drei Zoll kürzer entpuppte, als das Foto andeutete, und keinen Teppich, der eine Nummer kleiner ankam. Lieferungen, die nicht der Erwartung entsprechen, töten die Nachbestellung leise – und die Nachbestellung ist die gesamte Ökonomie des Großhandels.
Weil Faire dich das Hauptbild nicht überladen lässt, setze die exakten Maße und eine Maßstabsreferenz auf ein zweites Foto in der Galerie. Werkzeuge wie eine Software zur Maßannotation oder für Spezifikationsdiagramme lassen dich präzise Maße, Materialhinweise und einen Größenhinweis im Kontext zu einem Produktfoto hinzufügen, ohne das saubere Hauptbild anzutasten, das Faire verlangt. Ein klares Maßstabsbild beantwortet „wie groß ist das wirklich?", bevor sich ein Händler auf eine Bestellung festlegt – und bevor eine Diskrepanz zu einer Nicht-Nachbestellung wird. Größen-Diskrepanzen sind für beide Seiten teuer; sieh mit einem Retourenkosten-Rechner nach, was sie tatsächlich kosten.
Was Faire prüft, bevor du live gehst
Faire prüft jede Markenbewerbung und jede Feature-Bild-Anfrage von Hand – das ist ein kuratierter Marktplatz, kein offener Katalog. Für Bilder zählen zwei Prüfstufen:
- Prüfung der Markenbewerbung: Faire bewertet deine Markendaten, Kategorien, Preise und Mindestmengen manuell. Präsentiere hier einen stimmigen, professionellen Bildsatz; schludrige Fotos werden als noch nicht bereite Marke gelesen.
- Feature-Bild-Prüfung (5–7 Werktage): Das Designteam prüft dein Marken-Feature-Bild gegen die Regeln Lifestyle / kein Text / kein Logo und lehnt ab, was abweicht. Plane diese Vorlaufzeit für jeden Launch oder Saisonwechsel ein.
Produktbilder in einem Listing stehen nicht in der mehrtägigen Warteschlange des Feature-Bilds, aber minderwertige oder regelwidrige Produktfotos drücken trotzdem, wie dein Listing erscheint und konvertiert.
Checkliste vor dem Hochladen
Schick jedes Produktbild und Marken-Asset vor dem Einreichen hierdurch:
- Haupt-Produktfoto quadratisch, ≥600 × 600 px, auf weißem oder hellem Hintergrund
- Bekleidung im 4:3-Hochformat bei ~1800 × 2400 px
- Mindestens vier Visuals pro Produkt: sauberes Produktfoto + Lifestyle + Verpackung + ein Größen-/Maßstabsbild
- Ein Zweitbild zeigt die exakte Größe, damit der Käufer weiß, was er bestellt
- Feature-Bild 1:1 Lifestyle, ≥500 × 500 px, ohne weißen Hintergrund und ohne Text/Wasserzeichen/Logo
- Cover ~4400 × 1000 px (min. 1111 × 252), ohne Logos/Text/Collagen, Motiv zentriert
- Profil ~1080 × 1080 px; Logo ~248 × 248 px, scharf in kleiner Größe
- Jede Datei ist PNG oder JPEG, hochauflösend, nicht hochskaliert und nicht aus sozialen Medien gezogen
- Feature-Bild-Änderung 5–7 Werktage vor dem gewünschten Livegang eingereicht
Warum sich Faires Regeln von einem Herstellermarktplatz unterscheiden
Faire ist ein Großhandelsmarktplatz, der auf Markenästhetik aufbaut – unabhängige Hersteller verkaufen an Boutique-Händler, die ihre Regale kuratieren. Deshalb kombiniert Faire strenge, konsistente Produktraster-Vorgaben mit einer stark inszenierten, von Menschen geprüften Markenebene (Feature-Bild, Cover, Profil). Ein herstellerzentrierter Marktplatz optimiert auf Spezifikationsklarheit und Auffindbarkeit und setzt daher durchweg auf weiße Hintergründe und dichte Katalogbilder. Dieselbe Fotobibliothek, andere Aufgabe: Auf Faire verkauft die Hälfte deiner Bilder das Produkt und die Hälfte den Geschmack der Marke. Behandle beide als eine Sache, und du drehst die Hintergrundregel um.
Häufige Fragen
Was sind die Bildgrößen-Anforderungen von Faire?
Faire-Produktbilder müssen quadratisch sein, mindestens 600 × 600 Pixel, empfohlen 1000+ Pixel an der langen Seite. Bekleidung nutzt 4:3-Hochformat, optimal 1800 × 2400 Pixel. Das Marken-Feature-Bild ist quadratisch, mindestens 500 × 500 Pixel, und das Shop-Cover wird mit 4400 × 1000 Pixeln empfohlen (Minimum 1111 × 252). Alle Dateien müssen PNG oder JPEG sein.
Verlangt Faire einen weißen Hintergrund?
Für das Hauptbild ja: Faire verlangt das erste Produktbild auf weißem oder hellem Hintergrund, Lifestyle-Fotos nur als Zweitbilder. Aber das Marken-Feature-Bild ist das Gegenteil: Faire sagt dir, dort reinweißen Hintergrund zu vermeiden und eine Lifestyle-Szene mit Kontext zu verwenden.
Wie viele Fotos sollte ich pro Produkt auf Faire hochladen?
Faire veröffentlicht kein hartes Minimum, aber die Hinweise bevorzugen Vielfalt, und die meistverkauften Marken laden mehrere pro Listing hoch. Ziel: mindestens vier – ein sauberes Nur-Produkt-Foto, ein Lifestyle-Bild, ein Verpackungsfoto und eines, das exakte Maße oder Maßstab zeigt.
Warum wurde mein Faire-Feature-Bild abgelehnt?
Die häufigsten Gründe sind ein reinweißer Hintergrund (das Feature-Bild braucht Lifestyle-Kontext), Text, Wasserzeichen oder Logo, eine Collage statt eines Einzelbilds oder eine niedrig aufgelöste bzw. verzerrte Datei. Faires Designteam prüft Feature-Bilder in 5–7 Werktagen und lehnt ab, was von den Richtlinien abweicht.
Kann ich dieselben Produktfotos auf Faire und Amazon nutzen?
Teilweise. Das saubere Hauptfoto auf weißem Hintergrund funktioniert auf beiden. Aber Faires Marken-Feature-Bild und Cover verlangen Lifestyle-Inszenierung und bestimmte Größen (500 × 500 und 4400 × 1000), die Amazon nicht nutzt – also brauchst du Faire-eigene Marken-Assets, selbst wenn die Basis-Produktfotos geteilt werden.
